das Geheimnis der Bahncard

Als ich meine Bahncard kaufte wurde mir am Schalter mitgeteilt, dass diese erst ab 50 km Strecke nutzbar sei.

Letztes Osterwochenende wollte ich von Enschede ins Ruhrgebiet fahren. Dabei öffneten sich neue Welten für mich.

Da ich in Enschede keinen Bahncardrabatt buchen konnte setzte ich mich in den Zug und wartete auf die Kontrolleurin. Von dieser wurde mir zuerst mitgeteilt, dass Enschede im Ausland liege und deswegen meine Bahncard ab dort nicht gelte. Ich könne aber einen “VRL” Ticket, welches bis Hamm gelte kaufen. Dieses beinhalte Enschede auch, da Enschede im “VRL”-Vekehrsbund ist… Mit dem NRW Ticket, auf das man keinen Bahncardrabatt erhält, kann man nach Enschede, mit einem normalen Ticket wird es dann teuer, da es sich um einen Auslandstarif handele. Das schien mir schon sehr skurril… Die Kontrolleurin versicherte mir auch, dass keine “50 km” Klausel in den AGBs zu finden sei.

Die Bahnangestellte wollte mir nun also das “VRL” Ticket verkaufen, welches 14,10 € kostet und bis kurz hinter Hamm gilt. Ich fragte die Frau freundlich, ob sie mir nicht ein Ticket mit Bahncardrabatt von Gronau (der ersten Haltestelle in Deutschland) bis nach Hamm verkaufen könne. Hier hieß es dann die nächste Hürde zu überwinden. Die Bahncard gelte erst, wenn man zwei Verkehrsverbünde nutze, also wenn ich ein Ticket bis Hamm kaufe, dann muss ich den “Verkehrsverbunds”-Tarif bezahlen, der 14,10 € beträgt. Darauf hin bat ich die Frau mir ein Ticket nach Bochum auszustellen, weil dies im “VRR” liegt. Die frau folgte meiner Bitte und Druckte mir ein Ticket im Wert von 13,85 € aus. Ich konnte also für 25 Cent weniger ca. 50km mehr Bahnstrecke nutzen…

Dabei überließ sie mir freundlichst die 3,10 €, die ich hätte für die Strecke Enschede -> Gronau hätte zahlen müssen.

Dies geschah alles über das Osterwochenende…

Gestern war ich in Dortmund und dachte mir, dass ich meine Bahncard nicht nutzen könne, wenn ich nach Bochum fahre, da beide in einem Verkehrsverbund liegen. Doch auf der Internetpräsenz der Bahn konnte ich bei Intercitys und Intercityexpressen meinen Bahncardrabatt verwenden. Ich vermute, weil die ICs und ICEs nicht mit Verkehrsverbundtickets verwendbar sind. Der IC hat mich 3,25 € gekostet, ein VRR Ticket kostet 4,50 €, der ICE kostet 6,50 €. Demnach ist es günstiger auf kurzen Strecken einen Fernverkehrszug zu nutzen, als die dafür vorgesehenen REs oder S-Bahnen.

Mein Fazit lautet:

Eine Bahncard lohnt sich, wenn man zwei Verkehrsverbünde oft überquert (z. B. in Hamm wohnt und in Dortmund arbeitet) . Die Weite der Strecke spielt hierbei keine Rolle.

Eine Bahncard zwingt einen häufig Fernverkehrszüge (IC) zu bevorzugen, auch wenn es sich nur um eine extrem kurze Strecke handelt. Man wird also automatisch zum “Gegner” von Regionalbahnen, da man die Quote der Fernverkehrszüge heraufzieht und die der Regionalbahnen herunter.

Liebe Bahn, hierdurch werden Pendeler bestraft. Dies darf nicht sein, weil gerade hier die Bahncard für mich sinnvoll erschien… Des weiteren gibt es einen immensen Jungel an Tarifen, den man erst einmal verstehen muss. Ich besitze meine Bahncard nun 11 Monate und bin erst vor kurzem auf den Trichter gekommen wie diese funktioniert. Bitte bildet eure Leute so aus, dass dies einem beim Kauf der Bahncard erklärt und einem kein Stuss erzählt wird.

Danke liebe Bahn… für nichts!

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